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Der Screenreader NVDA verfügt – ähnlich wie JAWS – über einen Braille-Betrachter. Mit dieser Funktion kann man am Bildschirm sehen, welchen Inhalt NVDA aktuell auf der Braillezeile ausgibt.
Die Funktion richtet sich vor allem an sehende Lehrer, Tester oder Entwickler. So kann man beispielsweise im Unterricht nachvollziehen, welcher Text gerade auf der Braillezeile angezeigt wird. Auch bei Vorführungen von NVDA kann der Braille-Betrachter hilfreich sein.
Was der Braille-Betrachter leistet
Der Braille-Betrachter zeigt die aktuelle Braille-Ausgabe in einem separaten Fenster an. Die Anzeige wird dabei ständig mit der echten Braillezeile synchronisiert. Zusätzlich wird auch die Textdarstellung eingeblendet, damit sehende Personen den Inhalt leichter lesen können.
Der Betrachter kann parallel zu einer angeschlossenen Braillezeile verwendet werden und passt sich automatisch an die Anzahl der Braillemodule an.
Aktivieren des Braille-Betrachters
Um den Braille-Betrachter einzuschalten, öffnet man mit NVDA+N das NVDA-Menü. Anschließend navigiert man zu „Werkzeuge“ und wählt dort den Eintrag „Braille-Betrachter“ aus.
Zum Deaktivieren ruft man denselben Menüpunkt erneut auf.
Die Kontrollfelder im Braille-Betrachter
Im Fenster des Braille-Betrachters befinden sich zwei Kontrollfelder.
- Mit dem ersten legt man fest, dass der Braille-Betrachter automatisch beim Start von NVDA geöffnet werden soll.
- Das zweite Kontrollfeld ermöglicht das Simulieren von Routingtasten. Aktiviert man diese Funktion, kann man mit der Maus auf eine Braillezelle zeigen und dadurch testen, welche Aktion beim Drücken der entsprechenden Routingtaste ausgelöst würde.
Nachteile im praktischen Einsatz
Der Braille-Betrachter von NVDA besitzt im Vergleich zu JAWS nur einen recht einfachen Funktionsumfang.
Besonders störend ist, dass dauerhaft ein eigenes Fenster geöffnet bleibt. Dieses erscheint auch beim Wechseln mit ALT+TAB und kann dadurch schnell nervig oder verwirrend werden – vor allem für ungeübte Anwender.
Dadurch eignet sich der Braille-Betrachter eher für kurze Einsätze als für den dauerhaften Unterrichtsbetrieb.
Einsatzgebiete des Braille-Betrachters
Praktisch ist der Braille-Betrachter vor allem im Unterricht, bei Tests oder bei Präsentationen. Lehrer oder Zuschauer können dadurch nachvollziehen, welche Informationen ein blinder Anwender aktuell auf der Braillezeile erhält.
Fazit
Der Braille-Betrachter von NVDA erfüllt seinen Zweck, bietet aber deutlich weniger Möglichkeiten als die vergleichbare Funktion in JAWS.
Für kurze Demonstrationen, Tests oder Lehrer-Schüler-Interaktionen ist die Funktion brauchbar. Für einen dauerhaften Einsatz ist sie jedoch nur eingeschränkt geeignet.